Psychologie der alltäglichen Dinge

Haben Sie schon jemals darüber nachgedacht, wie Sie einen Lichtschalter benutzen müssen, um das Licht anzubekommen? Nein? Dann sind Sie in den Genuss eines guten Designs gekommen. Ja? Dann standen Sie, wie ich schon einmal vor solch einem Produkt und haben sich sicherlich gefragt, was der Künstler bzw. in diesem Fall der Designer Ihnen damit sagen wollte.

Tatsächlich sollte der Designer (zumindest nach Norman) ein Produkt mit Gedanken über das Produkt (Wie soll es funktionieren? Wie soll es bedient werden? Usw.) und über den Nutzer entwickeln. Im Normalfall fließt das dann so in das Produkt ein, dass wir dieses ansehen und verstehen, was der Entwickler sich gedacht hat. Das wäre gutes benutzerfreundliches Design.
Noch viel zu oft ist aber auch das Gegenteil der Fall. Das passiert, wenn die einzelnen Komponenten alltäglicher Dinge nach Norman nicht beachtet werden. Jedes Produkt hat sogenannte Hinweisreize, die uns zeigen, wie etwas benutzt werden muss („Knöpfe sind zum Drücken da.“) und diese spielen mit unserem Alltagswissen („…wenn ich eine von zwei Möglichkeiten ausprobiert habe, bleibt nur noch eine andere.“) zusammen. Weiterhin zeigt bei einem guten Design die Anordnung von Elementen sofort an, welche Funktion sich dahinter verbirgt („rechter Schalter für rechte Lampe“). Auch das Feedback an den Nutzer sollte nicht fehlen („wenn ich auf den Schalter drücke, geht die Lampe an.“). Ein Nutzer muss auf jeden Fall den Systemzustand und die zugehörigen Handlungen erkennen.

Mittlerweile ist auch das Web zu einem dieser alltäglichen Dinge geworden mutiert. Auch hier greift diese Art der Psychologie. Gutes Webdesign bringt den User zum intuitiven Nutzen der Website. Und damit ich mich vor einer Website nicht so fühle, wie vor diesem Lichtschalter, ist es wichtig, dass sich Webdesigner vor allem an den Bedürfnissen der Nutzer zu orientieren.

Quelle:
Donald A. Norman – „The Design of Everyday Things” (2002)

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